roga-cikitsa: Therapie der Krankheiten

Februar 14, 2010 By In Blog über die 2. Serie No Comment

Anne

Könntest du vielleicht die schlichte Frage „Was ist eigentlich die 2. Serie?“ ‚mal in Angriff nehmen? Es ist klar, wenn du das umfassend beantwortest, dann wäre das der ganze Blog. Aber wenn du dir vorstellst, wir fahren zusammen in der U-Bahn, und ich steige an der nächsten Haltestelle aus, und dein Ziel ist, dass ich dann zu dir sage, „interessant, dazu hätte ich noch viele Fragen“, dann kämen wir von der Textmenge ungefähr auf einen passenden Level für meine Wünsche.

Beate

hey, gut, dass du diese Eingangsfrage so straight limitiert hast. Ich wollte mir schon Urlaub nehmen. Wie lange ist die nächste Haltestelle entfernt? – Auf jeden Fall ist das eine Frage, für deren Beantwortung man sich nicht drängeln lassen sollte. Kann also sein, dass wir ein bisschen ausholen müssen. Es ist ja so, dass man mit ashtanga beginnt, weil man gesund bleiben möchte oder seine Gesundheit befördern will, vielleicht erfahren möchte, was darin Entspannung bedeutet , und wie wir möglicherweise ein stressfreieres Leben durch dieses System verwirklichen können. All dies sollte weder durch ein Fortschreiten in der 1. Serie, noch durch den Übergang in die 2. Serie gestört werden.
Die Bezeichnung für die 1. Serie, die ja nun auch schon, wenn man sie schließlich ganz übt, recht anspruchsvoll ist, heißt „roga cikitsa“. Dies bedeutet „Therapie von Krankheiten“. Das muss man sich erstmal „reinziehen“. Wir üben also ein Körperarbeitssystem, das auf einer speziellen Atmung, auf der Anwendung von muskulären Kontraktionen und konzentrativen Punkten für den Sehsinn basiert, darauf Körperübungen in ungeahnter Dimension setzt und den Anspruch erhebt, Krankheiten zu heilen. Da kann man sich denken, dass so ein System gut und langsam eingeführt werden muss und mit Verständnis und Zurückhaltung geübt werden sollte, damit das ashtanga System diese Ankündigung auch erfüllen kann. Dies müssen wir durch eine positive und relaxte Wahrnehmung zulassen. Im Kapitel 2,20 der Patanjala Yoga-Sutrani wird auf diese Fähigkeit jedes Menschen hingewiesen: „Der Seher ist reine Ausdehnung des Sehens, dennoch mit Bewusstheit erblickend..“ Diese Feinfühligkeit, die unserem Körper freundlich zugewandt ist, gewinnen wir durch die Methode des vinyasa-krama, der Schritt-für-Schritt Methode des ashtanga yoga.

Schreibe einen Kommentar