Nochmal Rückbeugen und eine Frage zum Atmen

September 16, 2012 By In Blog über die 2. Serie No Comment

Anne

Liebe Beate, hier würde ich gerne nochmal nachfragen. Du sagst ja, dass die Rückbeuge vor allem vom gesundheitsfördernden Funktionieren der Lendenwirbelsäule abghängt. Woran merkt man, ob sie tut, was sie soll, oder eben nicht funktioniert, wie sie soll? Kann man das sehen? Kann man das fühlen?

Und dann eine neue Frage: Ich glaube Natsumi hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass eine Schwierigkeit der 2. Serie auch darin besteht, das gleichmäßige Atmen durchzuhalten. Kannst du dazu mal etwas sagen?

Beate

Ja, gern. Doch, wenn die Lendenwirbelsäule nicht gesundheitsfördernd arbeitet, kann man dies sehen und fühlen.
Wir sehen es schon an der Haltung im Stand. Es ist nicht so, dass die LWS nicht gut arbeitet, sondern ihre beste Funktionsmöglichkeit wird durch Bilder, die wir von unserer Körperhaltung haben, behindert. Vor einer Rückbeuge müssen die Glutei entspannen. Dies erreichen wir, indem wir die Beine im Hüftgelenk aus der Außenrotation nehmen. Dann schauen wir, ob die LWS nicht im Stand schon abgeknickt ist und schließlich sehen wir uns die Schulterpartie an, ob Rhomboideen zwischen den Schulterblättern ihre Haltefunktion erfüllen, ob die Schulterblätter nicht durch Trapezius und Schulterblattheber nach oben und vorn gezogen sind. Ist dies der Fall, können weder die Brustwirbelsäule noch die Arme ihre nötige Funktion für die Rückbeuge erfüllen. Dann ist die LWS überlastet und kann ihre extremen Möglichkeiten nicht funktionsgetreu erfüllen. Sie knickt ein wenig ab. All dies kommt durch die Rückbeuge zutage und muss dann in der 2. Serie angegangen werden, wenn es nicht schon beim Bogen von unten und von oben ausreichend ins Alignment gebracht wurde.
Vielleicht können wir dazu ein paar Fotos schießen. Das würde die Worte bestimmt erhellen.

Ja, atmen :)….Wir können uns bestimmt erinnern, dass wir in vielen Positionen der 1. Serie zunächst kaum atmen konnten, weil die Postion neu war, und der Körper noch nicht verstehen konnte, wie sie leichter hätte eingenommen werden können. Dies betrift dann auch jede neue Position in der 2. Serie. Doch sind die Rückbeugen noch insofern ein wenig schwieriger, als wir die Rippenbögen bereits in Einatemstellung halten. Das ist nun schon so, dass wir aus diesem Grund nicht mehr so tief ein- und ausatmen können. Ansonsten ist das gleichmäßige Atmen auch in der 2. Serie lediglich eine Routinefrage. Je länger man übt, je besser die Asana-s eingenommen werden können, und je mehr sich die Kondition in den Vinyasa-s durch die Übung erhöht, desto einfacher wird der gleichmäßige Atemfluss. Es besteht dann kein Unterschied zur 1. Serie.

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