Emotionale Voraussetzungen 2

Oktober 6, 2010 By In Blog über die 2. Serie No Comment

Anne

Die psychischen Überforderungen, die du in deiner letzten Antwort beschrieben hast, die hat wohl jeder schon erfahren, der Yoga übt. Und dann … merkt man, dass es gut tut, wenn man sich nicht beirren lässt und im richtigen Tempo weiterübt. Aber komisch ist das irgendwie schon. Was geschieht dabei eigentlich?

Beate

Während nun mit individuell angemessenem Programm und individuell angemessenem Tempo die 1. Serie aufgebaut und geübt wird, geschehen erstaunliche Dinge. Neben den interessanten Infos, die der Körper sich selbst zur Einnahme der asana-s und vinyasa-s mitteilt, sortiert sich unsere Psyche gemütlich vor sich hin, ganz im Sinn des ashtangayoga von Patanjali.
Man könnte fast meinen, unsere Seele sei ein Aktenschrank: vom psychischen Messi geht es zu wenigen sortierten Aktenordnern hin, wo die Gefühle fein säuberlich benennbar, erkennbar und greifbar sind. Eine sehr angenehme Lebensweise.
Wenn wir zu schnell in der Körperarbeit voranschreiten, kann diese automatische Entwicklung nicht gut Schritt halten. Unsere Gefühle stürzen eher übereinander in ihrem Bemühen, sich zu sortieren. Auch deshalb ist es viel angenehmer, ashtangayoga in Ruhe und Geduld anzugehen.
4,8 Genau die psychischen Vorstellungen (vāsanās) manifestieren sich, die dem Reifen unserer zuvor absichtsvoll ausgeführten Handlungen und der Reaktion auf sie entsprechen.
4,9 Die psychischen Bewegungen sind von Geburt, Ort und Zeit getrennt. Dennoch haben sie einen Zusammenhang mit früheren absichtsvollen Aktionen, weil der Eindruck, der durch unsere Handlungen in unsrer Psyche entstanden ist, genau der Erinnerung entspricht, aus dem später die psychische Bewegung erwächst.
4,10 Und außerdem haben die Bewegungen unsrer Psyche nicht einmal einen Beginn, denn im Menschsein ist durch die Grundeigenschaften der gesamten Schöpfung Wunsch und Absicht des Handelns in jedem Wesen angelegt.

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