Ashtangayoga und Patanjali

Anne

Ich vermute, das, was wir als Körperarbeit optimalerweise Schritt für Schritt und mit Geduld üben, steht nicht für sich, sondern ist in einem bestimmten Denken begründet. Könntest du darüber etwas sagen?

Beate

Die Yogasutrani des Philosophen Patanjali (9. Jh. vuZ nach Kofi Busia)werden nach dem sutra 29 aus Kapitel 2, das acht (ashta) Mittel oder Glieder (anga) der Erkenntnisgewinnung aufzeigt, von alters her auch ashtangayoga-sutrani genannt.
Nun befanden die Wiederentdecker und Erneuerer des ashtangayoga- Körpersystems, Krsnamacarya und Pattabhi Jois, dass diese rasante Körperarbeit genau das System sein müsse, welches das 3. Glied der Philosophie des Patanjali, verkürzt „asana“ bezeichnet, ausmache: dieses und kein Andres der im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch üblichen und teils nur rudimentär vorhandenen Yoga- Körperarbeitssysteme.
Von der anderen Seite betrachtet, erschien es ihnen ebenfalls unabdingbar, dass die ashtangayoga genannte Philosophie des Patanjali diese Basis aller Körperarbeitssysteme umrahmen, unterstützen und begleiten müsse. Für beide war klar: Wer ashtangayoga Körperarbeit übt, muss sich in die ashtangayoga Philosophie einbetten und sich ihren Anweisungen (1,1 „Nun folgt die Anweisung des Yoga“)mit großem Vertrauen (1,20 „Für die anderen vorhergehend: Glaube, Tapferkeit, Tradition der Schriften und Einsicht der Versenkung“) hingeben. Dann kommt starke Gesundheit und geistige Klarheit in großer Fülle.
Klar, dass wir zu jedem Post, der sich mit Körperarbeit beschäftigt, ein Philosophie-sutra einfügen müssen.

Schreibe einen Kommentar